Archive for the ‘Aktuell’ Category

Laute Musik zerstört das Gehör

Donnerstag, März 12th, 2015

Mehr als eine Milliarde Teenager und junge Erwachsene laufen Gefahr, ihr Gehör dauerhaft zu schädigen oder gar ganz zu verlieren, warnt die Weltgesundheitsorganisation WHO. Der Grund: Viel zu laute Musik. Fast die Hälfte der zwölf- bis 35-jährigen in Ländern mit mittlerem und hohem Lebennsstandard drehen beim Musikhören ihr Smartphone oder andere Geräte zu weit auf und sind beim Besuch von Clubs oder Sportveranstaltungen gefährlichen Lautstärken ausgesetzt. Laut WHO drohen Gehörschäden ab einer Lautstärke von 85 dB über mehr als acht Stunden. Bei 100 dB können bereits 15 Minuten das Hörvermögen schädigen. Jugendliche sollten deshalb weniger laute Musik hören und dieses maximal auf eine Stunde am Tag begrenzen. Bei extrem lauten Veranstaltungen sollten Ohrstöpsel getragen werden.
Wer die Lärmbelastung in seiner Umgebung messen will: Es gibt eine kostenlose App der Hals-Nasen-Ohren-Ärzte:
iPhone: http://itunes.apple.com/de/app/larmapp/id465291587?mt=8
Android-Smartphone: https://play.google.com/store/apps/details?id=de.monks.laermApp

Weniger ist mehr

Samstag, September 13th, 2014

Antibiotika bei akuter Bronchitis oder Röntgenuntersuchungen bei unkomplizierten akuten Kreuzschmerzen – immer wieder kommt es vor, dass Ärzte des Guten zu viel tun. Patienten erwarten, dass ihnen medizinische Leistungen einen Nutzen bringen, der die mit diesen Leistungen verbundenen Risiken deutlich überwiegt. Die vor zwei Jahren in den USA ins Leben gerufene Kampage „Choosing Wisely“ hat mit den zuständigen Fachgesellschaften für deren Fachgebiet Listen mit Maßnahmen erarbeitet, deren Nutzen fraglich ist oder bei denen der Schaden den Nutzen überwiegt. Herausgekommen sind bereits mehr als 300 Punkte, „die Ärzte und Patienten hinterfragen sollten“. So wird zum Beispiel darauf hingewiesen, dass auf Antibiotika bei Kindern mit Ohrentzündungen in den meisten Fällen verzichtet werden kann, weil sie bei Virusinfektionen gar nicht wirken und viele Infektionen – auch bakterielle – häufig in zwei oder drei Tagen von selbst verschwinden (alle „Do not“-Listen in englischer Sprache unter www.choosingwisely.org).

Bei Kortison Sonne meiden

Mittwoch, Juli 9th, 2014

Kortison ist nicht nur ein lebenswichtiges Hormon, sondern in vielen Fällen auch ein äußerst wirksames Medikament, das im HNO-Bereich bei verschiedensten Erkrankungen angewendet wird. Patienten, die kortisonhaltige Präparate einnehmen – ganz gleich, ob innerlich oder äußerlich – sollten aber die Sonne meiden, denn Kortison macht die Haut empfindlicher. Patienten berichten von ungewohnten Hautrötungen. Die Sonnenstrahlen können auch Pigmentflecken hervorrufen. Kortison-Medikamente sollten deshalb am besten am frühen Morgen nach dem Frühstück zwischen sechs und acht Uhr eingenommen werden. In dieser Zeit produziert auch der eigene Körper am meisten dieses „Stresshormons“, das Energiereserven freisetzt und den Stoffwechsel anregt.

Klimaanlage nicht voll aufdrehen

Mittwoch, Juli 9th, 2014

Wenn die Sonne aufs Auto brennt, freuen sich die Insassen über kühlende Luft aus der Klimaanlage. Doch zu viel ist wie in vielen anderen Fällen auch hier ungesund. Wer eine im Sommer besonders unangenehme Erkältung vermeiden will, sollte deshalb beim Autofahren folgende Punkte beachten:

Vor der Fahrt durch Öffnen der Türen die Hitze aus dem Auto lassen.

Die Klimaanlage zunächst auf niedriger Stufe laufen lassen und die Luft noch oben lenken, sonst wird nur der Fußraum gekühlt.

Die ideale Raumtemperatur liegt bei 21 bis 23 Grad. Allerdings sollte die Luft im Inneren des Wagens höchstens fünf bis sechs Grad kälter als im Freien sein.

Klimaanlagen entziehen der Luft Feuchtigkeit. Deshalb empfiehlt es sich, die Nasenschleimhäute durch eine Salbe feucht zu halten, damit Krankheitserreger nich so leicht eindringen können.

Am Ohr der Patienten

Freitag, Januar 3rd, 2014

Zum Arzt geht kaum jemand zum Vergnügen. Dass dieser dem Kranken hilft, wieder gesund zu werden oder dessen Beschwerden zumindest zu lindern, ist wohl selbstverständlich. Darüberhinaus versuchen wir, den Besuch in unserer Praxis für unsere Patienten so angenehm wie möglich zu gestalten, Termine auch kurzfristig zu vergeben und Wartezeiten zu verkürzen.

Trotzdem lässt es sich nicht immer vermeiden, dass es einmal Anlass zu Kritik gibt. Auch bei uns gilt, was Wirte gern auf ihre Speisekarte schreiben: „Waren Sie zufrieden, sagen Sie es anderen. Waren Sie es nicht, sagen Sie es uns.“ Am besten sprechen Sie Frau Simon oder Frau Ginter an, wenn Sie doch einmal Grund zum Klagen haben. Diese beiden Mitarbeiterinnen sind für das Qualitätsmanagement zuständig und sorgen dafür, dass die Abläufe in unserer Praxis so patientenfreundlich wie möglich gestaltet werden.

Wir freuen uns, wenn wir in Onlineportalen bewertet werden. Positive Noten sind uns natürlich am liebsten. Wir gehen jedoch auch dort geäußerten Unstimmigkeiten nach und versuchen, diese abzustellen, selbst wenn sich die dort geäußerte Kritik nicht immer nachvollziehen lässt. Wir lassen unsere Praxis übrigens seit Jahren von externen Spezialisten unter die Lupe nehmen und sind vor kurzem wieder nach dem Iso-Standard 9001 ohne Beanstandungen zertifiziert worden.

 

Gefährliche Goji-Beeren

Samstag, August 31st, 2013

Sie werden als „perfektes Lebensmittel“ und „Wunderfrüchte für alle“ beworben: Die chinesischen Goji-Beeren. Die Früchte der Pflanze, die wie Kartoffeln und Tomaten zu den Nachtschattengewächsen gehört, sind fester Bestandteil der traditionellen chinesischen Medizin. Sie sollen das Immunsystem stärken, vor Alterserscheinungen bewahren und vieles mehr. Sie können  aber auch die Wirkung von Medikamenten lebensfährlich beeinflussen, hat das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte festgestellt.  Es berichtet von vier Fällen, in denen die Wirkung von Gerinnungshemmern erheblich verstärkt wurde. Der tägliche Genuss mehrerer Tassen Goji-Tee oder von 30 ml Goji-Saft kann demnach bei gleichzeitiger Einnahme von Vitamin-K-Antagonisten, auch als Cumarine bekannt  (z.B. Marcumar® oder Coumadin®), schwere Blutungen auslösen. Ähnliche Gefahren bestehen auch bei dem Nahrungsergänzungsmittel Glucosamin, das Linderung bei Arthrosen verschaffen soll. Darauf hat das Bundesinstitut für Risikobewertung bereits wiederholt hingewiesen.

Floh im Ohr

Samstag, August 31st, 2013

Ohrgeräusche machen vielen Menschen zu schaffen. Doch die Bekämpfung ist schwer. Manchen Betroffenen lässt deshalb ein Medikament aufhorchen, das nach Angaben des Vertreibers Dr. Schwabe GmbH „speziell für Tinnitus und Ohrgeräusche zugelassen“ sein soll. Der in dem Präparat enthaltene Gingko-Spezialextrakt fördere die Anpassungsfähigkeit und Lernfähigkeit des Gehirns und unterstütze so bei chronischem Tinnitus Behandlungsmaßnahmen, mit denen der Tinnitus wieder „verlernt“ wird, wirbt die Firma für das Mittel. Wenn sie damit den Betroffenen nur keinen Floh ins Ohr setzt. „Nutzenbelege für Gingko biloba bei Tinnitus fehlen,“ kritisiert das „arznei-telegramm“ die Schwabe-Werbung und verweist auf die aktuelle Leitlinie „Tinnitus“ der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Darin heißt es ganz klar: „Eine wirksame Tinnitus-spezifische Arzneimitteltherapie des chronischen Tinnitus steht nicht zur Verfügung.“

Finger weg von Radikalen-Fängern

Sonntag, April 21st, 2013

Freie Radikale – auf den Gesundheitsseiten von Frauenzeitschriften haben sie einen schlechten Ruf. Sie seien schuld am Altern, an Herz-Kreislaufkrankheiten, ja sogar an der Entstehung von Krebs sollen sie beteiligt sein. Nahrungsergänzungsmittel mit Vitaminen, Enzymen oder Pflanzenstoffen, sogenannte  Antioxidanzien, sollen sie unschädlich machen. Klinische Belege dafür fehlten bislang. Jetzt berichtet das unabhängige arznei-telegramm, dass Forscher des Deutschen Krebsforschungszentrums Zellen auf ihren „oxidativen Stress“ untersucht haben. „Die Befunde passen zu den Ergebissen klinischer Studien, in denen erwartete gesundheitsfördernde Effekte von Antioxidanzien ausgeblieben sind“, schreibt das arznei-telegramm. Stattdessen erhöhe  beispielsweise die Einnahme von Vitamin E das Risiko, an Prostatakrebs zu erkranken. Betakarotin steigere bei Rauchern die Lungenkrebsrate und wenn Krebspatienten hochdosierte Antioxidanzien schlucken, sprechen sie schlechter auf Bestrahlungen an. Das Fazit des arznei-telegramms: Finger weg von Antioxidanzien!

Plagiate in der Forschung

Sonntag, April 21st, 2013

Nicht erst seit dem Rücktritt von Annette Schavan haben wissenschaftliche Veröffentlichungen ihre Unschuld verloren. Im Jahr 2011 wurden 391 wissenschaftliche Veröffentlichungen in Fachzeitschriften zurückgezogen – das ist täglich mehr als eine!  Bei zwei Drittel der seit den 70er Jahren zurückgerufenen Arbeiten ist wissenschaftliches Fehlverhalten der Autoren einschließlich Fälschung oder Verdacht auf Fälschung (43 Prozent) der Grund für die Rücknahme. Jede fünfte Rücknahme wird mit Fehlern begründet, jeder zehnte Fall ist ein Plagiat. Kritisch wird es, wenn solche Veröffentlichungen einen Einfluss auf medizinische Entscheidungen haben.

Radfahren ist gut für die Wirtschaft

Sonntag, Februar 3rd, 2013

Arbeitnehmer, die regelmäßig mit dem Fahrrad zur Arbeit pendeln, sind seltener krank: Sie versäumen durchschnittlich einen Arbeitstag weniger pro Jahr als ihre nicht radelnden Kollegen. Das ergab eine Untersuchung im Auftrag des niederländischen Verkehrsministeriums. Die Forscher kamen zu dem Ergebnis, dass die niederländischen Arbeitgeber rund 27 Millionen Euro im Jahr einsparen könnten, wenn nur ein Prozent der Arbeitnehmer aufs Rad umsteigen würde.

Für Dr. Paul Flämig und seine Mitarbeiterinnen ist das schon gelebte Wirklichkeit: Er selbst fährt ganzjährig konsequent mit dem Fahrrad in Augsburg zur Praxis, in die Kliniken und zu Hausbesuchen in Altenheimen. Seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bezahlt er zusätzlich zu ihrem Gehalt die Kosten für den öffentlichen Personen-Nahverkehr und erstattet ihnen die Kosten für Bereifung und Wartung des Fahrrades sowie Fahrradhelme. Dafür wurde Dr. Flämig mit dem Umweltpreis der Stadt Augsburg ausgezeichnet. Für ihn ist Radfahren aber nicht nur Klimaschutz: „Ein aktiver Radler hat mal geschrieben: ‚Radfahren ist wie guter Jazz, viel Improvisation, schlanke Soli, Tempowechsel.‘ Dem kann ich mich nur anschließen. Radfahren ist für mich wirklich Quality-Time.“ Das Bild, das der Augsburger Künstler Felix Weinold für die Praxis Flämig geschaffen hat, drückt genau das aus. Es zitiert Adam Opel: „Bei keiner anderen Erfindung ist das Nützliche mit dem Angenehmen so innig verbunden wie beim Fahrrad.“