Weniger ist mehr

Antibiotika bei akuter Bronchitis oder Röntgenuntersuchungen bei unkomplizierten akuten Kreuzschmerzen – immer wieder kommt es vor, dass Ärzte des Guten zu viel tun. Patienten erwarten, dass ihnen medizinische Leistungen einen Nutzen bringen, der die mit diesen Leistungen verbundenen Risiken deutlich überwiegt. Die vor zwei Jahren in den USA ins Leben gerufene Kampage „Choosing Wisely“ hat mit den zuständigen Fachgesellschaften für deren Fachgebiet Listen mit Maßnahmen erarbeitet, deren Nutzen fraglich ist oder bei denen der Schaden den Nutzen überwiegt. Herausgekommen sind bereits mehr als 300 Punkte, „die Ärzte und Patienten hinterfragen sollten“. So wird zum Beispiel darauf hingewiesen, dass auf Antibiotika bei Kindern mit Ohrentzündungen in den meisten Fällen verzichtet werden kann, weil sie bei Virusinfektionen gar nicht wirken und viele Infektionen – auch bakterielle – häufig in zwei oder drei Tagen von selbst verschwinden (alle „Do not“-Listen in englischer Sprache unter www.choosingwisely.org).