Speziell für Kinder

Kinder sind keine kleinen Erwachsenen. Die Ohren-, Rachen- und Nasengänge sind nicht nur kleiner, sondern auch anatomisch etwas anders. Medikamente wirken bei Kindern anders und sie haben spezielle Ängste. Hinzu kommt, dass sie wesentlich häufiger unter Beschwerden im Hals-Nasen-Ohrenbereich leiden. Ein Schwerpunkt unserer Praxis ist die konventionelle und operative Behandlung von Kindern. Sowohl in der Diagnostik wie auch in der Therapie sind wir sehr erfahren im Umgang mit unseren jüngsten Patienten.

Hörstörungen in den ersten Lebensjahren prägen auch die Sprachentwicklung eines Kindes. Deshalb ist es wichtig, mögliche Defizite früh zu erkennen und zu behandeln. Wir können Hörtests dem jeweiligen Entwicklungsstand Ihres Kindes angepasst durchführen.

Kindliche Polypen (Rachenmandeln) sitzen hinter der Nase am Rachendach. Wenn sie zu groß sind, behindern sie die Nasenatmung und können auch zu Schlafproblemen beim Kind führen. In einem Eingriff im Krankenhaus werden die Rachenmandeln mit einem speziellen Instrument abgeschabt. Dort sind normalerweise keine gefährdeten Nerven oder Blutgefäße, sodass es nur äußerst selten zu Komplikationen kommt.

Ein Trommelfellschnitt (Parazentese) ist angebracht, wenn Kinder erstmals mit einem Paukenerguss zur Behandlung kommen. Dann wird die Entfernung der Rachenmandel mit einem kleinen Schnitt ins Trommelfell kombiniert, der nach ein bis zwei Wochen wieder zuheilt. In 80 Prozent der Fälle ist damit das Problem behoben.

Paukenröhrchen setzen wir dann ein, wenn ein Kind trotz Entfernung der Rachenmandel und eines Trommelfellschnitts erneut einen Paukenerguss bekommt (damit muss in etwa 20 Prozent aller Fälle gerechnet werden), in seiner Sprachentwicklung gestört ist oder unter einer Lippen-, Kiefer-, Gaumenspalte leidet. Nach einigen Monaten wird dieses Paukenröhrchen von selbst abgestoßen.

Eine Mandelentfernung (Tonsillektomie) führen wir durch, wenn ein Kind

  • drei bis vier Mandelentzündungen pro Jahr in zwei aufeinanderfolgenden Jahren hatte,
  • stark vergrößerte Mandeln hat, die zu einem obstruktiven Schlaf-Apnoe-Syndrom führen, das heißt, dass das Kind nachts beim Schlafen Atemaussetzer hat,
  • so große Mandeln hat, dass das Schlucken behindert ist, das Kind deshalb wenig isst und über Monate hinweg nicht an Gewicht zunimmt.

Bei einem Kind ist eine Mandelentfernung – anders als bei Erwachsenen – ein relativ leichter Eingriff, der ihm deutliche Erleichterung verschaffen kann, wie das Video einer unserer kleinen Patientinnen zeigt.

Die Narkose

Viele Eltern machen sich vor der Operation Gedanken: „Wie wird es sein, wenn ich zuschaue, wie mein Kind in Narkose versetzt wird?“ Bitte machen Sie sich keine Sorgen. Im Operationssaal wird Ihr Kind von sehr erfahrenen Pflegekräften und kompetenten Anästhesisten betreut. Kinder operiert Dr. Flämig in der Regel in der Klinik Josefinum. Die dortige Abteilung für Anästhesie führt jedes Jahr eine große Zahl von Kindernarkosen durch und kann damit auch in kritischen Situationen eine sichere Behandlung von Säuglingen und Kleinkindern gewährleisten.
Auch Kinder mit ernsteren Vorerkrankungen wie z. B. nach Herzoperationen oder mit angeborenen
Fehlbildungen können im Josefinum nach vorheriger Vorstellung in der Anästhesiesprechstunde meist operativ versorgt werden. Für die glücklicherweise sehr seltenen Notfälle ist in der Klinik auch eine Intensivstation für die Behandlung von Kindern vorhanden.

Wenn Sie mehr wissen möchten, können Sie sich unter www.kinderanaesthesie-augsburg.de informieren.

Nach der Operation

Wenn Ihr Kind aus der Narkose aufwacht, sitzen Sie in der Regel an seinem Bett. Die meisten Kinder weinen, wenn sie aufwachen, aber nicht, weil sie besonders starke Schmerzen haben, sondern weil sie nach der Narkose meist ziemlich übel gelaunt sind – was ihnen niemand krummnehmen wird, der schon mal einen Kater hatte. Erwacht aus tiefem Schlaf, in einem fremden Zimmer mit leichten Hals-und Kopfschmerzen fühlt sich niemand wohl. Da tut es gut, wenn Mama oder Papa die Hand aufs Kind legen, ihm beruhigend zusprechen und ihm zeigen, dass sie da sind. Wenn das Kind aufgewacht ist, können Sie es auch aus dem Bett holen und auf den Arm nehmen. Näheres finden Sie in den Informationen, die Sie vor der Operation von unseren Mitarbeiterinnen bekommen.