Finger weg von Radikalen-Fängern

Freie Radikale – auf den Gesundheitsseiten von Frauenzeitschriften haben sie einen schlechten Ruf. Sie seien schuld am Altern, an Herz-Kreislaufkrankheiten, ja sogar an der Entstehung von Krebs sollen sie beteiligt sein. Nahrungsergänzungsmittel mit Vitaminen, Enzymen oder Pflanzenstoffen, sogenannte  Antioxidanzien, sollen sie unschädlich machen. Klinische Belege dafür fehlten bislang. Jetzt berichtet das unabhängige arznei-telegramm, dass Forscher des Deutschen Krebsforschungszentrums Zellen auf ihren „oxidativen Stress“ untersucht haben. „Die Befunde passen zu den Ergebissen klinischer Studien, in denen erwartete gesundheitsfördernde Effekte von Antioxidanzien ausgeblieben sind“, schreibt das arznei-telegramm. Stattdessen erhöhe  beispielsweise die Einnahme von Vitamin E das Risiko, an Prostatakrebs zu erkranken. Betakarotin steigere bei Rauchern die Lungenkrebsrate und wenn Krebspatienten hochdosierte Antioxidanzien schlucken, sprechen sie schlechter auf Bestrahlungen an. Das Fazit des arznei-telegramms: Finger weg von Antioxidanzien!