Autoabgase

Luftverschmutzung macht viele Menschen krank

Die Luft in Deutschland ist zwar besser geworden, aber sie kann immer noch viele Menschen krankmachen. Das belegen etliche wissenschaftliche Studien aus aller Welt, die jetzt im Auftrag der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin ausgewertet worden sind. Darin zeigen sich gesundheitliche Schäden nicht nur an den Atemwegen, Herz und Kreislauf, sondern unter anderem auch beim Stoffwechsel und dem Wachstum Ungeborener. Negative Gesundheitseffekte treten auch unterhalb der derzeit in Deutschland gültigen europäischen Grenzwerte auf. Bisher konnte für die wissenschaftlich gut untersuchten Schadstoffe keine Wirkungsschwelle identifiziert werden, unterhalb derer die Gefährdung der Gesundheit ausgeschlossen ist, schreiben die Autoren. Luftverschmutzung ist „auch hierzulande der wichtigste umweltbezogene Risikofaktor“.

Die von der EU im Jahr 2008 festgelegten Grenzwerte stellen ohnehin nur „einen Kompromiss zwischen dem Schutzziel (der menschlichen Gesundheit) und der Machbarkeit dar,“ wie das Bundesumwelt in einer aktuellen Bestandsaufnahme vom 9. Januar schreibt. Selbst diese werden oft nicht eingehalten. Dabei sind „die Konzentrationen von Stickstoffdioxid und Feinstaub immer noch zu hoch. Auch die Konzentrationen von Ozon können so hoch sein, dass gesundheitliche Wirkungen zu befürchten sind,“ so die Behörde.

Geringere Grenzwerte sind längst überfällig, weiß man auch bei der EU, die schon vor sieben Jahren die Weltgesundheitsorganisation WHO beauftragt hat, dazu die neuesten Erkenntnisse auszuwerten. In einem ersten Bericht hatte die WHO schon 2013 angeregt, die EU-Grenzwerte vor allem für den Ultra-Feinstaub deutlich zu senken. Doch die EU lässt sich Zeit. Die Kommission werde „voraussichtlich erst zum Ende dieses Jahrzehnts eine Fortschreibung der Grenzwerte vorschlagen“, so das Umweltbundesamt. Dabei wäre es dringend an der Zeit, zu handeln.