Es geht um mehr als nur ein paar Bienen

Das Volksbegehren „Rettet die Bienen“  zum Schutz der Artenvielfalt  hat es geschafft. Fast 1,75 Millionen Menschen haben mit ihrer Unterschrift dafür gesorgt, dass in Bayern verschiedene Änderungen des Bayerischen Naturschutzgesetzes vorgenommen werden sollen, um Insekten, Vögeln und anderen Tieren wieder mehr Lebensraum zu verschaffen und den Anteil der Bio-Höfe in Bayern deutlich zu erhöhen. Mit der Annahme des Gesetzentwurfes bringt Bayern eines der weitreichendsten Artenschutzgesetze Europas auf den Weg. In einem weiteren Gesetz und in Ausführungsbestimmungen sollen aber kritische Punkte angepasst und geregelt werden.

Auch in anderen Bundesländern wurden nach dem Erfolg in Bayern entsprechende Volksbegehren auf den Weg gebracht. In Baden-Württemberg wurde die erste Hürde mit 10000 Unterschriften bereits geschafft. Dort sind jetzt mindestens 680 000 Unterschriften der Wahlberechtigten nötig, damit die Landesregierung ebenfalls zu Gesetzesänderungen gezwungen wird.

Autoabgase

Luftverschmutzung macht viele Menschen krank

Die Luft in Deutschland ist zwar besser geworden, aber sie kann immer noch viele Menschen krankmachen. Das belegen etliche wissenschaftliche Studien aus aller Welt, die jetzt im Auftrag der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin ausgewertet worden sind. Darin zeigen sich gesundheitliche Schäden nicht nur an den Atemwegen, Herz und Kreislauf, sondern unter anderem auch beim Stoffwechsel und dem Wachstum Ungeborener. Negative Gesundheitseffekte treten auch unterhalb der derzeit in Deutschland gültigen europäischen Grenzwerte auf. Bisher konnte für die wissenschaftlich gut untersuchten Schadstoffe keine Wirkungsschwelle identifiziert werden, unterhalb derer die Gefährdung der Gesundheit ausgeschlossen ist, schreiben die Autoren. Luftverschmutzung ist „auch hierzulande der wichtigste umweltbezogene Risikofaktor“.

Die von der EU im Jahr 2008 festgelegten Grenzwerte stellen ohnehin nur „einen Kompromiss zwischen dem Schutzziel (der menschlichen Gesundheit) und der Machbarkeit dar,“ wie das Bundesumwelt in einer aktuellen Bestandsaufnahme vom 9. Januar schreibt. Selbst diese werden oft nicht eingehalten. Dabei sind „die Konzentrationen von Stickstoffdioxid und Feinstaub immer noch zu hoch. Auch die Konzentrationen von Ozon können so hoch sein, dass gesundheitliche Wirkungen zu befürchten sind,“ so die Behörde.

Geringere Grenzwerte sind längst überfällig, weiß man auch bei der EU, die schon vor sieben Jahren die Weltgesundheitsorganisation WHO beauftragt hat, dazu die neuesten Erkenntnisse auszuwerten. In einem ersten Bericht hatte die WHO schon 2013 angeregt, die EU-Grenzwerte vor allem für den Ultra-Feinstaub deutlich zu senken. Doch die EU lässt sich Zeit. Die Kommission werde „voraussichtlich erst zum Ende dieses Jahrzehnts eine Fortschreibung der Grenzwerte vorschlagen“, so das Umweltbundesamt. Dabei wäre es dringend an der Zeit, zu handeln.

 

Großstadtluft hebt Trainingseffekt auf

Für viele ältere Menschen ist Spazierengehen die einzige sportliche Betätigung. Doch die gesundheitlichen Vorteile werden durch die Luftverschmutzung in Großstädten zunichte gemacht. Wie Abgase und Feinstaub Herz und Lunge schädigen, untermauert eine neue Studie aus London, die mit Unterstützung der British Heart Foundation entstanden ist. Sie habe erstmals „die negativen Auswirkungen sowohl auf gesunde Menschen als auch auf Patienten mit chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) oder Koronarer Herzkrankheit“ gezeigt, so die Autoren. Während bei den Freiwilligen, die für die Studie in der viel befahrenen Londoner Oxford Street spazieren gingen, erhöhter Blutdruck und ein Anstieg der Herzfrequenz messbar waren, zeigte sich bei der Kontrollgruppe, die regelmäßig durch den Hyde-Park wanderte, eine deutliche Zunahme der Lungenkapazität, und das schon innerhalb der ersten Stunde. Fazit der Wissenschaftler: Strengere Abgasgrenzwerte sind ebenso nötig wie mehr Zugang der Großstadtbewohner zu Grünflächen.